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Der Europakonvent junger Bürgerinnen und Bürger hat
einmal mehr gezeigt: Europa begeistert und das besonders
junge Leute. Ich war begeistert von dem Elan und dem großen
Interesse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Denn wir brauchen
genau solche Foren und Möglichkeiten, sich über Europa
zu verständigen. Dies gilt besonders für den Austausch
von jungen Menschen aus den verschiedenen Ländern Europas.
Denn die Diskussion über die Zukunft der Europäischen
Union ist gleichzeitig die Diskussion über unsere Zukunft
und unsere Vorstellung über eine Welt, in der wir leben möchten.
Das Projekt der Europäischen Einigung ist zwar inzwischen
mehr als fünfzig Jahre alt, doch es steckt noch immer in
den Kinderschuhen! Es gibt eine Menge zu tun auf dem Weg in die
erweiterte und trotzdem vertiefte Europäische Union. Doch
über den geeigneten Weg und eine Vorstellung von gemeinsamen
Zielen muss man sich immer wieder neu auseinandersetzen. Wege
und Ziele verändern sich, durch politische Ent-wicklungen,
durch gesellschaftlichen Wandel. So haben auch die Generationen
unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche. Wenn man sich
die Visionen junger Menschen, zu denen auch ich mich zählen
kann, betrachtet, sind diese oftmals weit wagemutiger als die
der meisten Politiker.
Das konnte ich auch auf dem Europakonvent wieder erleben. Dessen
Ergebnisse sind ein Bündel von Forderungen zur weiteren Integration
Europas. Ob es um die Forderung nach einer "wahrhaften"
gemein-same Außen- und Sicherheitspolitik geht, inklusive
Mehrheitsentscheidungen, oder um eine Unionsbürger-schaft,
die alte nationalstaatliche Zuordnungen überwindet: wir Jüngeren
wollen ein Europa ohne Grenzen, eine EU, die gemeinsam handelt.
Europa ist für junge Menschen keine abstrakte Vision, sondern
Bestandteil unseres Lebens. Wir sehen in Europa und seiner Einigung
neue Chancen. Auch ganz konkret individuelle Chancen durch ein
erweitertes Angebot in Bildung und Ausbildung. Viele von uns haben
diese Erfahrung des Lebens und Lernens in einem anderen europäischen
Land bereits machen dürfen. Den meisten ist Europa durch
Reisen vertrauter geworden. Die kulturellen Eigenheiten und Besonder-heiten
anderer Länder sind für uns eine Bereicherung, die wir
nicht missen möchten. Europa ist Normalität. Diese Erfahrungen,
diese Selbstverständlichkeit schlägt sich auch in den
Visionen nieder, die junge Menschen für Europa entwickeln.
Wir wollen diese "Normalität" in praktische Politik
umsetzen.
Wir vergessen nicht, dass Europa und die EU noch weit von dem
entfernt sind, was wir uns wünschen. Wir übersehen nicht,
dass heute längst nicht alle, und auch nicht alle jungen
Menschen, von den Chancen der EU profitieren. Aber für die
Idee eines geeinten, sozialen und ökologischen Europas wollen
wir eintreten. Der Dialog über die Grenzen hinweg ist dabei
Anfang und Motor für die Gestltung Europas im 21. Jahrhundert.
Junge Leute müssen sich aktiv einmischen und ihrer Stimme
Gehör verschaffen, damit Europa das wird, was wir uns vorstellen!
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