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Der europäische Integrationsprozess ist durch die gegenwärtige
Debatte über die europäische Verfassung und die bevorstehende
Erweiterung spannend wie niemals zuvor - und dennoch: die spärliche
Resonanz der Bürgerinnen und Bürger gegenüber dem
Europäischen Konvent signalisiert ein nach wie vor hohes
Desinteresse an europäischer Politik und mangelnde Identifikation
mit der Europäische Union.
Die EU kann erst dann wirklich eine bürgernahe politische
Union sein, wenn die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger
mit der Gemeinschaft gelingt. Eine stärkere Verankerung der
Union setzt allerdings voraus, dass die Bevölkerung wirkungsvoller
als bisher in europäische Politikgestaltung einbezogen wird
und mitplanen kann.
Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren sind für die europäische
Einigung von besonderer Bedeutung, Sie sind es, die im Europa
von morgen leben und es gestalten werden. Einstellungsuntersuchungen
zeigen jedoch eine große Skepsis Jugendlicher der EU gegenüber.
Um Jugendliche an Europa heranzuführen reicht es nicht, mehr
Informationen zur Verfügung zu stellen, vielmehr müssen
Möglichkeiten der aktiven Beteiligung geschaffen werden.
Die Forschungsgruppe Jugend und Europa (FGJE) am Centrum für
angewandte Politikwissenschaft versteht sich als wissenschaftliches
Beratungszentrum für die europabezogene Jugend- und Bildungsarbeit.
Neben der wissenschaftlichen Analyse europäischer Politik
und ihrer Folgen für die Jugend und der Entwicklung jugendspezifischer
Informationsmaterialien bemühen wir uns um die Förderung
der Partizipation Jugendlicher an der europäischen Politikgestaltung.
Für wesentlich halten wir in diesem Zusammenhang den möglichst
intensiven Dialogs zwischen jungen Europäern und politischen
Entscheidern.
Dieses Ziel verfolgte auch das Modellprojekt "Europakonvent
junger Bürgerinnen und Bürger". Wichtig war der
FGJE, dass die Teilnehmenden in eigener Verantwortung aktiv geworden
sind und ihre eigenen Vorstellungen für die zukünftige
Gestaltung der EU einer breiten Öffentlichkeit vorstellen
konnten. Unterstützt wurden sie von erfahrenen Juniorteamerinnen
und Juniorteamern der FGJE, einen Pool von hochengagierten jungen
Menschen, die ihrerseits Europa bundes- und europaweit vermitteln
und moderieren.
Mein Dank gilt Frau Renate Schmidt, Bundesministerin für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Übernahme
der Schirmherrschaft und der Ermöglichung des Projektes durch
ihr Ministerium.
Die Räumlichkeiten des Presse- und Besucherzentrums am Reichstagufer
boten für uns ideale Voraussetzungen. In diesem Zusammenhang
danke ich Herrn Dr. Mandelartz, dem stellvertretenden Chef des
Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung für die
großzügige Kooperation, sowie den Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern seines Hauses für ihre engagierte Unterstützung.
Schließlich möchte ich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern
danken, die vier Tage engagiert über die zukünftige
Gestalt der Europäischen Union diskutierten und so allen
Beteiligten vor Augen führten, welchen Reiz Europa nach wie
vor bedeutet.
Mit all dem ist auch der Wunsch verbunden, dass Möglichkeiten
für die politische Mitgestaltung durch Jugendliche in der
Europäischen Union weiter gefördert und ausgebaut werden.
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